mono/stereo part 2
nachdem nun das technische geklärt ist, können wir uns dem angenehmen teil widmen, das freudige drehen am panpoti,.
doch zuerst zu den basics:
was kommt aus der mitte?
1. alles, was sehr viel energie hat &/oder bassig ist
2. alles, was mono ist & unbedingt überall & immer gehört werden muss.
das ergibt bei den meisten arten von musik:
bassdrum
snare
bass
leadstimme
ein weiterer heisser kandidat für die mitte ist
soloinstrumente (wenn sie nicht stereo sind)
hier tauch vielleicht die erste frage auf:
welche quellen sind mono, welche stereo?
signale, welche (relativ) punktförmig abstrahlen & ohne raum aufgenommen sind, sind mono, alle andern können stereo sein.
ein typisches monosignal ist eine trocken aufgenommene stimme, eine bassdrum, ein bass, eine snare, blasinstrumente, kleine instrumente...
sobald diese instrumente jedoch mit mehreren mikrophonen aufgenommen werden, z.b. um einen raumeindruck oder verschiedene aspekte des instrumentes festzuhalten (blasgeräusche, seitenschnarren etc) kann man die signalanteile im panorama verteilen, was jedoch nicht immer sinn macht.
somit wird auch klar, das nicht jeder sample, der in stereo vorliegt (auf vielen sampling-cd's liegt alles in stereo vor) stereoinformationen beinhalten muss. wenn an ihrem pult ein mono-knopf vorliegt, prüfen sie einfach mal, ob das signal in mono anders klingt. bleibt der sound gleich, ist das ausgangssignal mono. wenn sie über ein korrelationsmeter verfügen wird die sache auch sehr schnell klar (ein senkrechter strich ist mono, je breiter das bild, desto stereophoner ist das signal).
stereo sind meistens signale, bei denen die quelle grössere räumliche ausmasse hat, z.b. piano, oder gruppen von instrumenten, die zusammengefasst wurden, z.b. schlagzeug, streicher, chor.
was ist mit synthetischen sounds?
die meisten synthesizer haben eigentlich monosounds, die häufig mit interen effekten "aufgeblasen" werden. diese internen effekte sind gelegentlich ein mittel, über die relativ bescheidenen klanglichen leistungen des klangerzeuger hinwegzutäuschen, in einigen fällen sind sie jedoch bedeutender bestandteil des sounds. es ist ihnen überlassen, die internen (meist nicht besonders guten) effektgeräte abzuschalten & die sounds in mono weiterzuverarbeiten (& allenfalls mit anderen effektgeräten wieder zu bearbeiten) oder den sound mit den internen effekten in stereo zu benutzen. anders sieht es aus, wenn sie mit ihrem klangerzeuger mehr einzelne sounds machen wollen, als sie einzelausgänge haben, da sind sie zu einem internen submix gezwungen & bekommen schussendlich (meistens) einen stereomix.
ein stereoausgang kann (bei abgeschalteten stereoeffekten) auch als 2 einzelausgänge benutzt werden, indem ein sound ganz links, der andere ganz rechts programiert wird.
was kommt nicht aus der mitte?
1. je unbedeutender ein element ist, desto hemmungsloser kann es panoramisiert werden
2. ergänzende elemente im gleichen frequenzspektrum eignen sich gut für eine entgegengesetzte panoramisierung
3. effekte
4. stereosignale
"kleinigkeiten" wie smallpercussion, rhytmische effekte oder spaceeffekte sind wie geschaffen für extreme panoramisierungen.
instrumente, die sich in einem ähnlichen frequenzbereich bewegen & sich gerne gegenseitig überdecken, können durch entgegengesetzte panoramisieren besser getrennt werden. das ausmass der panoramisierung ist dabei zu einem weiten teil geschmacksache, extreme pannings machen das sterobild breit & lebendig, können jedoch auch unruhe bringen (was je nach dem gefragt ist). andererseits gilt auch hier: wenn alle immer ein element hören sollten (z.b. der "mainloop" im hiphop) darf das element nicht zu stark auf eine seite gelegt werden.
etwas, das ganz links/rechts panoramisiert wird, ist der stereoausgang eines effektgerätes. die meisten effekte sind auch dafür ausgelegt & wenn via die aux-sends gespiesen wird & via effektreturns das signal zurückkommt, ist dies auch meistens sinnvoll.
wenn ein effekt jedoch nur für ein sound / instrument gebraucht wird, kann eine einengung der stereobreite, z.b. auch mit einer lastigkeit auf eine seite, durchaus sinn machen.
das bei stereosignalen die panoramapotentiometer immer auf den entgegengesetzten endpositionen stehen müssen, ist ein weitverbreiteter unsinn.
angenommen, sie benutzen in ihrem arrangement ein stereopianosound & ein stereoorgelsound. versuchen sie mal dies:

warscheinlich wirkt ihr stereobild trotz der eigentlich eigeschränkten panoramisierungen der einzelelemente breiter, zudem wirkt nun alles aufgeräumter, orgel & piano stören sich nicht mehr.
setzt nun in einem teil des songs die orgel aus, dafür eine gitarre ein, ist es sinvoll, das die gitarre die position der orgel übernimmt.
so bleibt einerseits die "energieverteilung" der beiden stereokanäle ausgewogen, andererseits das gesamtbild transparent, da die gitarre dem piano nicht in die quere kommt.
angenommen, die gitarre ist mono aufgenommen, sieht das so aus:

anders hingegen, wenn sie 2 elemente bewuss verschmelzen wollen, dann ist eine überlagerung im panorama sinnvoller.
angenommen, piano & gitarre spielen eine unisonolinie, sie wünschen einen breiten sound, wollen aber, das die instrumente zusammen wirken:

sehr gut funktioniert dies z.b. auch, wenn die basslinie (mono, in der mitte) mit einem höheren sound (stereo) gedoppelt werden soll
nun legen sie 2 flächige sounds übereinander, um zusammen einen vollen, aber doch spacigen sound zu erzeugen. dabei macht ein warmer rhodessound mit leichtem chorus den "boden", ein heller & hoher synthsound den "space". versuchen sie es mal so:

wenns nicht funktioniert, versuchen sie es so:

wenn ihr spacesound z.b. eine längere attak- & releasezeit hat als das rhodes, wird ihre fläche nun im panorama wandern.
dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, das nicht selten auch die "normale" variante das richtige ist:

dies soll nur eine anregung sein, nicht immer alles auf anschlag oder in die mitte zu drehen. versuchen sie sich (auch wenn sie synthetische musik machen) eine band oder ein orchester vorzustellen, dort sitzen die leute auch nicht nur ganz auf der seite, ganz in der mitte, ganz hinten oder ganz vorne, währe auch ziemlich ungemütlich. geben sie sich mühe, das auch ihre klänge einen angenehmen platz bekommen & ihren kollegen nicht auf den füssen rumtrampeln.
doch zurück zu den basics. die grundlage der meisten musik bildet die rhythmsection, meistens schlagzeug, bass & allenfalls percussion. dabei provoziert die aufstellung eines schlagzeugs schon zu einer gewissen paronamisierung:

bassdrum & snare gehören normalerweise exakt in die mitte, da sie die basis des rhythmus sind, meistens relativ laut abgemischt werden & somit die balance links / rechts ausgeglichen bleibt. der rest ist "typisch schlagzeug", was jedoch auch mischtechnisch sinnvoll ist. wie weit das hihat auf eine seite gelegt wird, kommt auf weitere elemente der rhythmsection an, hier einige vorschläge:



als tipp:
sollen 2 elemente "mit einander spielen", sich ergänzen oder gegenläufige figuren spielen, sind eher gespreizte panoramasetting zu bevorzugen.
sollen elemente mit einander verschmelzen, ist eine (fast) identische panoramisierung angebrachter.
wenn wir nun die typischen grundelemente eines poparrangements nehmen, sieht das etwa so aus:

sie machen nicht pop?
kein problem, abstrahieren sie. die begriffe sind möglichst landläufig gewählt, aber eine "gitarre" kann in ihrem arrangement auch ein percussiver synthsound sein, ein shaker ein "elektrobleep", ein keyboard ein industrialsample oder ein streichquartet oder ein akkordeon oder...
was ist mit instrumentengruppen, z.b. percussion, bläser, backingvocals?
je mehr verschiedene instrumentengruppen parallel spielen, desto sinnvoller ist das bündeln der einzelnen gruppen.
spielen z.b. streicher, bläser, percussion & chor gleichzeitig (& wer bezahlt die alle...?), ist es meistens sinnvoller, die einzelnen aspekte "in ihre ecke" zu stellen, alles überall würde nur chaos anrichten.

wenn hingegen z.b. die stimmen viel platz haben, ist eine sehr gespreizte anortung angebracht:
dazu 3 tipps:
lagen, die nahe an der leadstimme sind, stark spreizen.
einfache intervalle (z.b. quinte, oktave) spreizen, "schwierige intervalle (z.b. 9) eher "in der mitte verstecken", wenn sie vor allem "den akkord reich machen sollen", jedoch nicht für sich alleine eine bedeutung haben.
je höher die lage, desto eher diese doppeln
soviel zum thema positionierung. im nächsten teil geht es um den umgang mit stereoeffekten, spreizen von monosignalen & positionierungen im raum.


